Strategie „Vorsprung 2030“ Audi: „Nachhaltigkeit ist ein Muss – für unsere Kunden und unsere Belegschaft“

Autor Christoph Seyerlein

Audi will sich zeitnah von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor verabschieden. Welche Themen mit der neuen Strategie „Vorsprung 2030“ bei den Ingolstädtern stattdessen in den Fokus rücken.

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Elektrisch, nachhaltig, autonom und digital – das sind die Kernelemente Audis neuer Strategie „Vorsprung 2030“.
Elektrisch, nachhaltig, autonom und digital – das sind die Kernelemente Audis neuer Strategie „Vorsprung 2030“.
(Bild: Audi)

2025 will Audi seinen letzten neuen Verbrenner vorstellen, 2033 soll der Verkauf von nicht-elektrischen Modellen dann auslaufen. Mit eventueller Ausnahme in China. So weit, so bekannt. Nun stellten die Ingolstädter vor, welche Themen mit ihrer neuen Strategie „Vorsprung 2030“ stattdessen in den Fokus rücken.

Zum Verbrenner-Ausstieg sagte Audi-Chef Markus Duesmann: „Wir hatten gar keine andere Wahl. Und doch handeln wir aus größter Überzeugung.“ Finanzvorstand Jürgen Rittersberger ergänzte: „Nachhaltigkeit ist ein Muss – für unsere Kunden und unsere Belegschaft. Wir wollen dem Unternehmen einen Sinn und Zweck geben.“

Wirtschaftlicher Erfolg und nachhaltiges Engagement sollen bei Audi künftig Hand in Hand gehen. Dabei orientiert sich der Hersteller an den Kriterien Environment, Social und Governance (ESG). Diese umfassen unter anderem Klimaschutz und den Schutz von endlichen Ressourcen, Sicherheit und Gesundheit der Belegschaft, gesellschaftliche Verantwortung und Unternehmenssteuerung beim Compliance- und Risikomanagement.

Beim Antrieb konzentriert sich Audi dabei voll auf die Batterie, Wasserstoff im Pkw erteilte der Hersteller erneut eine Absage. Das soll sich schnell auszahlen. „In zwei bis drei Jahren werden E-Fahrzeuge in etwa so profitabel sein wie Verbrenner. Der Q4 E-Tron ist schon heute in Europa in etwa so profitabel wie die Q3-Familie weltweit“, erklärte Rittersberger.

Um an neue Erlösquellen heranzukommen, setzen die Ingolstädter beispielsweise auf Functions on Demand, also nachträglich zubuchbare Services. John Newman, Head of Digitalization, sagte: „Wir müssen uns stark auf die Geschäfte fokussieren, die nach dem Verkauf unserer Autos passieren.“ Neue Geschäftsmodelle seien deutlich stärker softwareorientiert. Deshalb müsse man einen Schritt vollziehen: „Aus Kunden unserer Produkte werden künftig User.“

Neue Mobilitätsapp steht bereit

Kurz vor dem Launch steht beispielsweise auch eine Mobilitätsapp, die die Audi Denkwerkstatt in Berlin entwickelt hat. User sollen damit auf „spielerische Art und Weise ihr Mobilitätsverhalten verstehen und nachhaltiger gestalten können“, kündigte Finanzvorstand Rittersberger an.

Besonders stark wird sich der User-Ansatz wohl ausprägen, wenn die Fahrzeuge autonomer werden. Bis Mitte des Jahrzehnts rechnet Audi dabei mit signifikanten Sprüngen. Eine entscheidende Rolle soll dabei das Projekt Artemis spielen. Das erste Artemis-Modell wird 2025 erwartet.

Elektrisch, autonom, nachhaltig und digital – auf diese Kernelement fokussiert die neue Audi-Strategie. Chefstrategien Silja Pieh schilderte, dass man diese erstmals komplett inhouse entwickelt habe. Rund 500 Audi-Mitarbeiter aller Hierarchiestufen hätten sich eingebracht, die Hälfte davon Tarif-Beschäftigte.

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